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FAQ's zum Themenbereich Kinder-Reha |
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Thema: Reha-Wagen für Kinder |
- Warum sollte mein
behindertes Kind anstatt eines normalen Kinderwagens einen
Kinder-Rehawagen haben?
- Ab welchem Alter ist ein
Reha-Wagen für mein Kind sinnvoll?
- Was unterscheidet einen
Kinder-Rehawagen von einem normalen Kinderwagen?
- Kann ich mein Kind in den
Reha-Wagen "hineinwachsen" lassen?
- Welche Maße des Kindes
sind für die Auswahl des Reha-Wagens wichtig?
- Was sind Schwenkräder?
- Warum brauche ich für den
Reha-Wagen Zubehör?
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1.
Warum sollte ein behindertes Kind anstatt eines normalen Kinderwagens einen
Reha-Wagen haben?
Der Reha-Wagen soll dem entwicklungsverzögerten
oder entwicklungsgestörten Kind und seiner Familie Mobilität ermöglichen. Er
soll das Kind, das (noch) nicht eigenständig sitzen kann, im Sitz
unterstützen und ihm somit die Möglichkeit geben, neue Perspektiven zu
erfahren und neue Fähigkeiten auszubilden. Gleichzeitig muß der Reha-Wagen den
speziellen Problemen der Kinder Rechnung tragen. Kann ein Kind nicht
eigenständig sitzen, dann muß der Reha-Wagen die für den stabilen Sitz
benötigte Unterstützung leisten. s
Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten des Reha-Wagens sollen die Korrektur
pathologischerPathologisch:
krankhaft; verändert (DUDEN Das Fremdwörterbuch, 1997)
Haltungs-und Bewegungsmuster
beim Kind ermöglichen. Durch die individuell auf das Kind abgestimmte
Ausstattung des Reha-Wagens können Empfehlungen und Richtlinien des betreuenden
Therapeuten auch außerhalb der Therapie fortgesetzt werden.
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2. Ab
welchem Alter ist ein Reha-Wagen für mein Kind sinnvoll?
Die Frage ab welchem Zeitpunkt die Nutzung eines
Reha-Wagens einsetzen sollte, lässt sich nicht an einem bestimmten Alter
festmachen. Es gilt festzuhalten, daß der Reha-Wagen einem normalen Kinderwagen
in Funktion und Möglichkeit deutlich überlegen ist. Für Kinder mit
Entwicklungsstörungen oder -problemem sollte somit ein möglichst frühzeitiger
Wechsel zu einem Reha-Wagen angestrebt werden. Spätestens wenn das Kind seinem
normalen Kinderwagen entwachsen ist und ein normaler Kinderbuggy die
Transportsicherheit des Kindes nicht gewährlesten kann, sollte der Wechsel zum
Reha-Wagen vollzogen werden.
Es können jedoch einige Punkte benannt werden, die
einen frühzeitigeren Wechsel zum Reha-Wagen nahelegen: Das Kind benötigt
Unterstützung in seinen Funktionen oder bei seiner Lagerung. Diese
Unterstützung kann durch spezielle Funktionen des Reha-Wagens ermöglicht
werden. So ermöglicht die Anpassung an die kindlichen Körpermaße in
Sitztiefe, Sitzbreite, Rückenhöhe und Unterschenkellänge eine
größtmögliche Unterstützung bei der Einnahme der stabilen Sitzposition. Die
Sitzposition ist wiederum eine Ausgangsstellung mit hohem kommunikativen und
integrativen Wert; sie ermöglicht dem Kind neue Perspektiven und neue
Erfahrungen.
Die Unterstützung durch den Reha-Wagen kann auch in Form von
besonderen Zubehörteilen wie speziellen Gurt- und Halterungssystemen, oder
Führungs- und Stützungssysteme (Pelotten, Kopfstützen u.ä.) ermöglicht
werden, die nur in das Sitzsystem eines Reha-Wagens integriert werden können.
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3.
Was unterscheidet einen Reha-Wagen von einem normalen Kinderwagen
Ein Reha-Wagen muß den Bedürfnissen und
Anforderungen von Kindern mit unterschiedlichsten Behinderungsformen gerecht
werden. Der Reha-Wagen unterscheidet sich daher in seinen Funktionen und
teilweise auch in der Optik von einem normalen Kinderwagen. Die mitwachsende
Sitztiefe und Rückenhöhe, die stabile Seitenführung und das verstellbare
Fußbrett sollen während der gesamten Nutzungsdauer des Reha-Wagens
Passgenauigkeit und damit funktionale Unterstützung beim Sitzen garantieren.
Das stabile und hohe Rückenteil der Sitzeinheit muß unterschiedlichsten
Belastungen, wie plötzlich einschießenden, heftigen
SpastikenSpastik:
Vermehrung des Muskeltonus, z.B. bei Lähmung inf. Schädigung des 1. motorischen Neurons (Pschyrembel, 1990)
u.ä.,
standhalten können.
Die gesamte Sitzeinheit des Reha-Wagens muß im Raum
kantelbar sein. Beim Kanteln wird die Sitzeinheit, ohne Veränderungen im Hüft-
und/oder Kniewinkel durchzuführen, in eine aktive oder passive Stellung
gebracht. Dies ist besonders für Kinder wichtig, deren Spastiken bei Hüft- und
Kniebeugungen im 90° Winkel gehemmt werden können. Bei der Verstellung in den
passiven Bereich wird die Sitzeinheit nach hinten gekippt; die Sitzfläche ist
nunmehr von vorn nach hinten abschüssig. So kann der Auflagedruck der
Oberschenkel und des Gesäßes verändert werden und das Kind in einer
Ruheposition und unter Abnahme der Schwere Entlastung finden. Bei der
Verstellung in den aktiven Bereich wird die Sitzeinheit nach vorne abgesenkt;
die Sitzfläche ist nunmehr von hinten nach vorne abschüssig und kann dem Kind
die Aufrichtung im Sitz erleichtern.
Die Sitzeinheit des Reha-Wagens muß auf dem
Untergestell umsetzbar sein und je nach Bedarf mit oder gegen die Fahrtrichtung
positioniert werden können. Wegen der unterschiedlichen Behinderungsformen und
Behinderungdausmaße der Kinder ist es ferner wichtig unterschiedlichste Gurt-
und Zubehörsysteme in den Reha-Wagen integrieren zu können. Unabhängig von
diesen sehr spezifischen Anforderungen, muß ein Reha-Wagen natürlich einfach
und schnell zusammenzufalten sein, über ein gutes Fahrverhalten verfügen, eine
gute Polsterung besitzen und ein akzeptables Gewicht haben.
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4.
Kann ich mein Kind in den Reha-Wagen "hineinwachsen" lassen?
Ein Reha-Wagen ist in seinen Maßen den
kindlichen Maßen anpassbar und ermöglicht somit eine funktionale
Unterstützung des Kindes. Um dem Wachstum des Kindes gerecht zu werden besitzen
Reha-Wagen die Fähigkeit mitzuwachsen. Sitztiefe, Sitzbreite,
Unterschenkellänge und Rückenhöhe des Reha-Wagens haben einen
Wachstumspielraum innerhalb dem der Reha-Wagen den sich verändernden kindlichen
Maßen angepaßt werden kann. Zusätzlich bieten die Hersteller einzelne
Reha-Wagenmodelle häufig in unterschiedlichen Größen an.
Der
Wachstumsspielraum der Reha-Wagen ist den Herstellerangaben zu entnehmen und bei
der Anschaffung eines Wagens mit den aktuellen kindlichen Maßen zu vergleichen.
Überschreitet ein Kind in seinen Maßen die größtmögliche Einstellung des
Reha-Wagens, kann die therapeutische Unterstützung durch den Wagen nicht mehr
gewährleistet werden; die Nutzungsspanne des Reha-Wagens ist überschritten und
der Wechsel auf ein größeres Modell sollte stattfinden. Unterschreitet ein
Kind in seinen Maßen die kleinstmögliche Einstellung des Reha-Wagens, so ist
die therapeutische Unterstützung durch den Reha-Wagen (noch) nicht
gewährleistet und eine kleinere Größe des Reha-Wagens sollte bevorzugt
werden.
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5.
Welche Maße des Kindes sind für die Auswahl des Reha-Wagens wichtig
Der Reha-Wagen soll das entwicklungsgestörte
Kind, das noch nicht eigenständig sitzen kann im Sitz unterstützen. Beim
eigenständigen Sitz kommt der aufrechten Haltung des Beckens eine
Schlüsselposition zu. Daneben sind folgende Maße, die beim sitzenden Kind
erhoben werden müssen, für die Stabilität des Sitzes wichtig.
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Die Sitzbreite bezeichnet die maximale
horizontale Distanz der Außenseiten der Hüften voneinander. Muß das Kind mit
abduzierten, also abgespreizten Oberschenkeln sitzen, so ist zu bedenken, daß
die Sitzbreite im vorderen Bereich größer sein kann als im eigentlichen
Bereich der Hüfte. |
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Die Rückenhöhe
bezeichnet die vertikale Distanz von der Sitzfläche bis zur Oberkante der
Schulter.
Die Sitzhöhe
bezeichnet
die vertikale Distanz von der Sitzfläche bis zum höchsten Punkt des Kopfes. |
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Die Sitztiefe ist die
Unterstützungsfläche der Oberschenkel. Sie bezeichnet die horizontale Distanz
von der Kniekehle des Kindes bis zu dem am weitesten nach hinten vorstehenden
Teil der Weichteile des Gesäßes. |
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Die Unterschenkellänge bezeichnet die
vertikale Distanz von der Aufsetzfläche der Fußsohle bis zur Unterkante des
gegen den Unterschenkel rechtwinklig gehaltenen Oberschenkels unmittelbar hinter
dem Knie. Schuhe können das Unterschenkelmaß in geringem Umfang verändern.
Beim Tragen anderer Schuhmodelle kann somit ggf. eine leichte Nachkorrektur der
Unterschenkellängeneinstellung am Reha-Wagen nötig werden . |
Sitztiefe, Sitzbreite und Unterschenkellänge des
Reha-Wagens werden den erhobenen kindlichen Körpermaßen entsprechend
eingestellt. Die am Reha-Wagen einzustellende Höhe der Rückenlehne ist vom
Bedarf des Kindes abhängig. Ein aktives Kind mit guter Kopf- und
Schultergürtelkontrolle benötigt hier weniger Unterstützungsfläche als ein
instabiles Kind.
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6.
Was sind Schwenkräder?
Reha-Wagen sind mit unterschiedlicher Bereifung
erhältlich. Man unterscheidet luftbereifte Räder und Vollgummiräder; starre
Räder und schwenkbare Vorderräder. Die schwenkbaren Vorderräder sind kleiner
als starre Räder und können feststellbar oder auch nicht-feststellbar sein.
Für die Wahl der optimalen Bereifung sollte folgendes Kriterium berücksichtigt
werden: die Umgebung, in der der Reha-Wagen primär genutzt wird.
Schwenkbare Vorderräder verleihen dem Reha-Wagen Wendigkeit und Flexibilität;
sie eignen sich besonders für Strecken auf befestigten Wegen wie in
Einkaufspassagen oder in der Stadt. Können die schwenkbaren Vorderräder bei
Bedarf arretiert werden, so ist auch das Kopfsteinpflaster der Altstadt ohne
große Probleme zu bewältigen. Auch die Konstitution der schiebenden Person und
das Gewicht des zu schiebenden Kindes sollten bei der Wahl der Räder
berücksichtigt werden. Schwenkbare Vorderräder ermöglichen es auch einer eher
zarten und kleinen Person große und schwerere Kinder ohne allzu großen
Kraftaufwand schieben zu können. Ein weiterer Vorteil ist, daß diese Räder
beim Falten des Reha-Wagens nur wenig Platz beanspruchen. Einschränkend ist
jedoch anzufügen, daß ein Reha-Wagen mit Schwenkrädern einem seitlichen
Gefälle leichter nachgibt. Bei der Nutzung auf seitlich abschüssigen oder
unebenen Wegen muß die Fahrtrichtung des Reha-Wagens somit permanent
gegenkorrigiert werden; der Reha-Wagen ist dadurch unhandlicher und schwerer zu
halten.
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| 7.Warum brauche ich für den Reha-Wagen Zubehör?
Zu dem für Reha-Wagen erhältlichen
Zubehör zählen spezielle Gurt- und Halterungssysteme sowie Führungs-
und Stützsysteme, die in die Sitzeinheit eines Reha-Wagens integriert
werden können. Sie sollen das Kind bei der Einnahme einer stabilen
Sitzposition unterstützen und/oder korrigieren. Gurt- und
Halterungssysteme dienen zusätzlich der Sicherheit während des
Transportes, denn auch bei holprigen Fahrten verhindern sie das
Herausfallen des Kindes aus dem Reha-Wagen.
Das Zubehör muß nach den individuellen
Bedürfnissen des Kindes ausgewählt und seinen Maßen entsprechend
angebracht werden. Damit dies geschehen kann, werden bereits bei der
Fertigung des Reha-Wagens zahlreiche Befestigungssmöglichkeiten an der
Sitzeinheit in unterschiedlicher Höhe und Breite vorgefertigt.
Die Auswahl des benötigten Zubehörs
findet in enger Zusammenarbeit mit dem betreuenden Therapeuten statt.
Umfang und Einsatz des Zubehörs hängen im wesentlichen davon ab wo, wie
und wann das Kind unterstützt werden muß. Getreu dem Motto ‚soviel wie
nötig, sowenig wie möglich‘ sind hierbei die Eigenfunktionen des
Kindes unbedingt zu berücksichtigen. Wichtig bei der Wahl des Zubehörs
ist auch, ob das Kind in der Sitzposition unterstützt oder korrigiert
werden muß.
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Die FAQ’s wurden vom IGAP
Kinder-Reha-Team unter Zuhilfenahme folgender Literatur bearbeitet:
- Holtz, Renate: Therapie- und
Alltagshilfen für zerebralparetische Kinder, Pflaum Verlag München,
1997
- Jürgens, H.W. Prof. Dr. : Handbuch der
Ergonomie, Band 3, C. Hanser Verlag München, 2.Auflage, 1989
- Thomashilfen: Ein Reha-Wagen muß passen
wie ein Schuh, Eine Informationsbroschüre über Reha- Wagen,
4.
Auflage
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