Literatur-Tipps zum Thema Pflegewissenschaft

 

Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege
Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
Hochschule Osnabrück
Postfach 19 40
49009 Osnabrück
Fax: (0541) 9 69-29 71
E-Mail: dnqp@hs-osnabrueck.de
Internet: http://www.dnqp.de

Die Vermeidung von Dekubitus stellt nach wie vor eine Herausforderung für die Pflegefachkräfte dar. Dekubitus gehen für die Betroffenen mit schwerwiegenden Einschränkungen der Gesundheit und der Lebensqualität einher, weshalb ihrer Entstehung entschieden vorgebeugt werden muss. In der Literaturstudie zum Expertenstandard werden Dekubitus in Anlehnung an die internationale Definition der NPUAP/EPUAP2 (2009) wie folgt definiert:
„Ein Dekubitus ist eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunter
liegenden Gewebes, in der Regel über knöchernen Vorsprüngen, infolge von Druck oder von Druck in Kombination mit Scherkräften. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, welche tatsächlich oder mutmaßlich mit Dekubitus assoziiert sind; deren Bedeutung ist aber noch zu klären.“.

Bewegtes „Lagern“
Positions-Unterstützung nach Esther Klein-Tarolli - Anregungen für die Pflegepraxis

Ester Klein-Tarolli
Verlag Ingrid Zimmermann, Dorsten
ISBN 3–928568-46-9

Der Leitfaden „Bewegtes „Lagern“ gibt der pflegerischen Handlungen des „Lagerns“ ein ganz neues Verständnis. Hier ist der Patient nicht passiv, sondern seine Bewegung steht im Vordergrund. Auf Grundlage der Basalen Stimulation und der Kinästhetik ist ein Konzept entstanden, das die Bewegungskompetenz des Patienten erhalten, fördern und ihm spürbar machen soll.

Es werden Lagerungshilfsmittel vorgestellt und ihre Anwendung anhand von Bildern beschrieben. Praxisbeispiele aus unterschiedlichen pflegerischen Bereichen, sowie Berichte von Betroffenen, runden das Bild ab.

Es wird immer deutlich, dass die Autorinnen ihre beschriebenen Positionsunterstützungen als Anregungen betrachten, aus denen eigene Ideen weiterentwickelt werden können.

Pflegetheorie
Gegenstand, Entwicklung und Perspektiven des theoretischen Denkens in der Pflege

Afaf Ibrahim Meleis
Verlag Hans Huber
ISBN 3-456-82964-7

Dieses Buch zählt seit 1985 zu den Standardwerken der pflegewissenschaftlichen Literatur im englischsprachigen Raum. Ende letzten Jahres erschien die erste übersetzte deutschsprachige Ausgabe. Mit diesem Buch hat Meleis ein wegweisendes Werk geschaffen, daß für die pflegewissenschaftliche und –theoretische Diskussion von großer Bedeutung ist. Nach einer ausführlichen Einführung in die Pflegetheorien wird auch die Entwicklung von Pflegewissenschaft und –theorie beleuchtet und diskutiert. Im fünften teil ihres Buches werden verschiedene Strategien der Theorieentwicklung gut verständlich vorgestellt. Die Theorien der Pionierinnen der Pflege, wie Orem, Roy, King werden in einem eigenen Teil des Buches abgehandelt. Der vielleicht spannendste Part ist der Zukunft der Pflegetheorien gewidmet.

Diese umfassende Abhandlung des Themas Pflegetheorie und –wissenschaft ist eine wahre Bereicherung der deutschsprachigen Pflegeliteratur. Es macht viel Spaß mit diesem Buch zu arbeiten.

Who is Who in der Pflege
Deutschland - Schweiz - Österreich

Birgit Trockel / Irmgard Notthoff
Verlag Hans Huber
ISBN 3-456-83016-5

Dieses Buch umfaßt 150Schlüsselpersonen der deutschsprachigen Pflege. Dieses Nachschlagewerk stellt die Werdegänge der einzelnen Personen, als auch ihre augenblicklichen Aufgabenschwerpunkte und Forschungsgebiete dar. Für Interessierte bietet dieses Buch die Möglichkeit sich einen Überblick über die deutschsprachige Pflegeszene zu verschaffen. Dieses biographische Lexikon kann im Sinne des Netzwerkgedankens die Pflege unterstützen und Synergieeffekte fördern.

Dekubitus
Die Herausforderung für Pflegende

Hrsg. C. Bienstein, G. Schröder, M. Braun, K.-D. Neander
Verlag Thieme
ISBN 3-13-101951-4

Das Buch zeigt in vielfältiger Weise auf, wie sich Forschungsergebnisse und Sichtweisen der verschiedenen Disziplinen ergänzen: neben den naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen, die sich mit Durchblutungsgrößen und Auflagedruckmessungen auseinandersetzen, stehen Überlegungen zum psychischen Zustand der Patienten und Beobachtungen über negative Begleiterscheinungen von Weichlagerung. Deutlich wird, daß die Pflegeforschung bedeutenden Beiträge geliefert hat, die wichtige und effektive Prophylaxemaßnahmen ermöglichen und eingefahrene Pflegeerfahrungen kritisch prüfen. Da ca. 10 % der jährlich 14 – 15 Millionen in deutschen Kliniken behandelten Patienten einen Dekubitus bekommen, wird deutlich, um welche Größenordnungen es sich hierbei handelt.

Prinzipien der Wundheilung
Wundversorgung, Band 1

Peter D. Asmussen, Brigitte Söller
Verlag Hippokrates
ISBN 3-7773-1107-3

Seit Anbeginn der Menschheit stellt die Wundbehandlung eine Herausforderung für die Pflegenden dar. Die angewendeten Verfahren der Wundbehandlung beruhten dabei weitgehend auf Beobachtungen und Überlieferungen.

Die Grundlagenforschung in den vergangenen beiden Jahrzehnten erlaubte detaillierte Einblicke in die Vorgänge der Wundheilung. Da es sich hierbei um größere Zusammenhänge handelt, sind diese Erkenntnisse bislang nur einem besonderen Kreis von Spezialisten geläufig. Der Autor führt den Leser in verständlicher, aber dennoch wissenschaftlich fundierter Weise in die faszinierende Welt der Wundheilung ein. Die Gegenüberstellung von Grafiken und klinischen Bildern der verschiedenen Wundarten ermöglicht den problemlosen Übergang von der Theorie zur Praxis.

Wundmanagement - Prinzipien und Praxis
Wundversorgung, Band 2

Peter D. Asmussen, Brigitte Söller
Verlag Hippokrates
ISBN 3-7773-1134-0

Die Wundbehandlung ist seit Menschengedenken ausgeübt worden. Während in grauer Vorzeit Öl auf offene Wunden geträufelt wurde, um ein Verkleben der Verbände und damit eine Störung der Wundheilung zu verhindern, versuchte man im alten Griechenland unter Zusatz von Wein, die Wundheilung durch Auflegen von Mineralien und pflanzlichen Tinkturen zu forcieren.

Welche großen Fortschritte in Theorie und Praxis das heutige "Wundmanagement" aufweist, wird von kaum einem anderen Fachbuch besser aufgezeigt als dem vorliegenden Werk. Besonders auffällig ist die Art und Weise, wie sich das Buch mit seinen aufwendigen Darstellungen von vielen anderen, eher "farblosen" Werken abhebt und daher insbesondere die Personen anspricht, die viel mit Wunden zu tun haben.

"... den Kranken zum Troste und dem Judenthum zur Ehre ..."
Zur Geschichte der jüdischen Krankenpflege

Hilde Steppe
Verlag Mabuse
ISBN 3-929106-36-1

Während ihrer Forschungsarbeiten zur Krankenpflege im Nationalsozialismus stieß Steppe erstmalig auf die Spuren einer eigenständigen jüdischen Krankenpflege in Deutschland. Daraus entwickelte sich 1990 die Idee daraus ein Forschungsprojekt zu machen. Durch ihre internationalen Kontakte entstand daraus eine wichtige Arbeit im Bereich der historischen Pflegeforschung, die uns in diesem Buch vorliegt.

Es bringt Licht in ein bisher unbekanntes Kapitel der deutschen Krankenpflege. Die Autorin rekonstruiert anhand des wenigen noch vorhandenen Datenmaterials die Geschichte der jüdischen Krankenpflege von Ihren Anfängen 1880 bis zur ihrer Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Sie stellt ihre Forschungsergebnisse im engen Zusammenhang mit der jüdischen Sozialgeschichte und der Entwicklung von Frauenberufen dar.

Pflegeforschung
Methoden - kritische Einschätzung - Anwendung

LoBiondo-Wood/Haber
Verlag Ullstein Mosby
ISBN 3-86126-527-3

Mit diesem Buch ist das erste Mal ein umfassendes deutschsprachiges Lehrbuch zur Pflegeforschung erschienen. Es beschreibt Pflegeforschung als wichtigen und notwendigen Bestandteil der Pflegebildung und –praxis. Das Werk beinhaltet eine detaillierte Darstellung quantitativer und qualitativer Pflegeforschung, deren Ansätze und Methoden kritisch diskutiert werden. Durch die vielen anschaulichen Beispiele und die klare Struktur des Buches wird es zum praxisorientierten Lehrbuch.

Körperbild und Körperbildstörungen
Mave Salter
Verlag Ullstein Medical
ISBN 3-86126-654-7

Das Fachbuch Körperbild und Körperbildstörungen ist ein umfassendes Werk zum Thema für professionelle Pflegende. Dieser Praxisleitfaden ist für Jedermann verständlich geschrieben.

Die Veränderungen und Störungen des Körperbildes sind auf aktuellen Forschungsergebnissen aufbauend beschrieben. Herausgestellt wird die besondere Bedeutung der therapeutischen Beziehung. Sowohl die körperlichen wie auch die psychischen Folgen einer Veränderung des Körperbildes werden hierbei betont. Die Rolle der Kommunikation, Beratung und sozialen Unterstützung in der akuten und Langzeitphase dieses Gesundheitsproblems wurden besonders hervorgehoben.

Körperbildveränderungen bei Behinderten, Kindern und Frauen mit einer vollständigen oder teilweisen Brustamputation werden detailliert dargestellt. Außerdem sind im Rahmen der Gynäkologie, Onkologie und Neurologie , Seh- oder Hörbehinderung, Stoma, HIV/AIDS Erkrankung, Verbrennungen, Rückenmarksverletzungen, Eßstörungen und bei Menschen aus fremden Ländern, Körperbildveränderungen beschrieben. Im Einzelnen wird die Rolle der Pflegenden bei Körperbildstörungen dokumentiert. Skalen und Instrumente zur Bestimmung von Körperbildveränderungen werden dargestellt und ausführlich besprochen.

Schmerz
Ein Handbuch für die Pflegepraxis

McCaffery/Beebe/Latham
Verlag Ullstein Mosby
ISBN 3-86126-528-1

Dem Thema Schmerz wird in Deutschland sowohl von pflegerischer, als auch von ärztlicher Seite noch viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dieses Handbuch bietet Pflegenden die Möglichkeit sich gut in den Bereich einarbeiten zu können oder es einfach als Nachschlagewerk zu benutzen. Ein wichtiger Teil des Buches beschäftigt sich mit der Einschätzung von Schmerzzuständen. Hier werden sowohl Klassifikationen und Behandlungsansätze, als auch Hilfsmittel zur Schmerzeinschätzung vorgestellt. Ausführlich werden pflegerische Maßnahmen zur Schmerzlinderung thematisiert. Besonders detailliert gehen die Autoren auf die Besonderheiten der Schmerzbehandlung bei chronischen Schmerzen, sowie Schmerzbehandlung von Kindern und älteren Personen ein. Die große Vielzahl von Pflegeplänen und Patienteninformationsblättern erleichtern die Anwendung in der Praxis. Durch die klaren Strukturen des Buches ist es als Nachschlagewerk besonders geeignet.

Grounded Theory
Stategien qualitativer Forschung

Barney G. Glaser, Anselm L. Strauss
Verlag Hans Huber
ISBN 3-456-82847-0

Grounded Theory ist eine sehr fachspezifische Arbeit und richtet sich in erster Linie an Soziologen, kann aber jedem nutzen, der interessiert ist an sozialen Phänomenen politischer, pädagogischer, wirtschaftlicher oder industrieller Art.

Inzwischen zum Klassiker geworden, bietet der Inhalt eine Antwort auf das Problem, die oft klaffende Lücke zwischen praktischen Erfahrungen und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen zu schließen. Für die Pflege- und Gesundheitswissenschaft, die ihre Identität insbesondere in der Abgrenzung einerseits von naturwissenschaftlich-medizinischen, andererseits von sozialwissenschaftlichen Forschungstraditionen sucht, hat sich die Methode von Glaser und Strauss als außerordentlich ergiebig herausgestellt.

Qualitätszirkel in der Alten- und Krankenpflege
Stefan Görres, Karin Luckey, Jens Stappenbeck
Verlag Hans Huber
ISBN 3-456-82827-6

In der Pflege gibt es sehr viel Wissen, Erfahrung, gute Ideen und Spielräume, die oft ungenutzt bleiben. Qualitätszirkel sind ein wichtiger Ansatz, um direkt in der Praxis verbesserte Lösungen mit gesundheitsfördernden, qualifizierenden und qualitätssichernden Zielsetzungen zu erarbeiten und durchzuführen. Besonders gut eignen sie sich für die Personal- und Organisationsentwicklung. Voraussetzung dafür ist das Interesse des Managements, sich als "lernendes Unternehmen" auszuweisen. Die sich in letzter Zeit konstituierende Pflegewissenschaft kann auf die breit angelegte Studie zurückgreifen.