Informationen zur Verarbeitung und Eigenschaften von PUR-Schaum
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Worum geht es?
Ein großer Teil der auf dem Markt angebotenen Anti-Dekubitus-Matratzen besteht aus Schaumstoff. Doch nicht jede Art von Schaumstoff ist auch dazu geeignet, im Bereich der Dekubitusprophylaxe und -therapie zum Einsatz zu kommen. Nachfolgend möchten wir Ihnen Kriterien nennen, die vor der Auswahl einer Schaumstoff-Matratze beachtet werden sollten. Am positiven Beispiel von PUR-Schaum-Matratzen sollen die einzelnen Punkte deutlich gemacht werden.
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Inhalt:
PUR-Schaum
Gewicht
Luftdurchlässigkeit
Alterungsbeständigkeit
Physiologische Unbedenklichkeit
Desinfizierbarkeit / Autoklavierbarkeit
Waschbarkeit
Staubfrei
Elastizität
Ökologie und Entsorgung
Raumgewicht und Stauchhärte
Bettklima und Klimawellen
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PUR-Schaum:
Als PUR-Weichschaumstoffe werden all diejenigen Schäume zusammengefasst, die reversibel verformbar sind. Sie werden aus Polyol und Isocyanat unter der Verwendung des Treibmittels Kohlensäure hergestellt. Gemeinsam zeichnet sie die offene Zellstruktur und die damit verbundene Luftdurchlässigkeit aus.
Die vielfältigen Eigenschaften, die leichte Verarbeitbarkeit, aber vor allem auch die einfache Herstellung des Schaums bieten viele Anwendungsmöglichkeiten für unterschiedlichste Branchen. So wird der PUR- Schaum nicht nur für die Herstellung von Matratzen, sondern auch für die Möbelproduktion, Textilien, Verpackungen, Verbandsstoffe etc. verwendet.
PUR-Schaum eignet sich aufgrund des geringen Gewichtes, der hohen Luftdurchlässigkeit und der physiologischen Unbedenklichkeit besonders gut für die Herstellung von qualitativ hochwertigen Schaumstoffmatratzen, die auch im medizinisch/ pflegerisch-therapeutischen Bereich zum Einsatz kommen. Auch elastische Bandagen und Verbände, sowie Wundauflagen aus PUR-Schaum finden dort Anwendung, da sie toxikologisch völlig unbedenklich sind. Bei der Herstellung des Schaums werden Grundrohstoffe verwendet, die weder Monomere, freies TDI, Formaldehyd noch Asbest enthalten. Nach dem heutigen Wissensstand löst der Kontakt mit PUR-Schaum auch keinerlei allergische Reaktionen aus.
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1. Gewicht
PUR-Schaum-Matratzen sind sehr leicht. So wiegt eine Matratzen, die aus einem Schaum mit einem Raumgewicht von 40 kg/m³ gefertigt wurde und 100 x 200 cm groß ist lediglich 8kg. Folglich kann eine solche Matratze auch von nur einer Person getragen oder gedreht bzw. zusammengerollt, also transportiert werden.
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2. Luftdurchlässigkeit
Die offenporige Zellstruktur des PUR-Schaums ist einerseits für das schon eben genannte niedrige Eigengewicht verantwortlich. Andererseits sorgt sie aber auch für eine besonders hohe Luftdurchlässigkeit. Diese verhindert Wärme- und Feuchtigkeitsanstauungen, so dass ein besonders gutes Mikroklima entsteht.
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3. Alterungsbeständigkeit
PUR-Schaum-Matratzen sind beständig gegen die Dauereinflüsse von Wärme und Feuchtigkeit. Bei Langzeittests konnten nur sehr geringfügige Veränderungen der Materialbeschaffenheit festgestellt werden.
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4. Physiologische Unbedenklichkeit
Verschiedene zahlreiche Untersuchungen in toxikologischen und gewerbehygienischen Forschungseinrichtungen haben belegt, dass die Verwendung von PUR-Schäumen keine patho-physiologischen Auswirkungen auf den Organismus des Menschen haben.
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5. Desinfizierbarkeit / Autoklavierbarkeit
Die Desinfektion kann physikalisch (z.B. Druck und Hitze), chemisch (z.B. mit einer Formalinlösung)oder durch ein Mischverfahren durchgeführt werden. Das Autoklavieren erfolgt am besten bei einer Temperatur von 105°C, Sattdampf und einem Druck von 0,25 kp/cm².
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6. Waschbarkeit
Ein großer Vorteil von PUR-Schaum-Matratzen für den pflegerisch/medizinischen Bereich liegt in der Waschbarkeit von Bezügen und Matratzenkernen. Im Gegensatz zu sonstigen Matratzenarten sind die Bezüge von PUR-Schaum-Matratzen in der Regel abnehmbar und können gewaschen bzw. gereinigt werden. Sollte ein Matratzenkern durch beispielsweise Stuhl oder Urin verunreinigt sein, kann dieser mit einem neutralen Waschmittel gesäubert werden. Diese Eigenschaft ist für Krankenhäuser und Langzeitpflegeeinrichtungen von besonderer Wichtigkeit.
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7. Staubfrei
Polyurethan-Schaum leistet einen wichtigen Beitrag zur Hygiene. Staub, der ein wichtiger Bakterienträger ist, kann in den Schaum nicht eindringen. Somit findet keine Übertragung von Krankheiten durch Bakterien über den Schaum statt. Auch beim Verschleiß des Materials unter Dauerbenutzung bildet sich keinerlei Staub. Die Verwendung dieses Schaums stellt zweifelsfrei einen großen Fortschritt in den Hygienebestrebungen dar.
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8. Elastizität und Formbeständigkeit
PUR-Schaum zeichnet sich durch besondere Formbeständigkeit und Elastizität aus. Bei Entlastung geht er nahezu sprunghaft in seine ursprüngliche Form zurück. Auch bei Langzeitprüfungen bleibt der Schaum elastisch. Dementsprechend eignet sich dieser Schaum besonders gut für die Matratzenherstellung, da Matratzen jahrelang der täglichen Beanspruchung ausgesetzt sind. Studien die diese Art von Matratzen über Jahre hinweg untersuchten haben ergeben, dass sich selbst bei Dauernutzung keinerlei Mulden im Schaumstoff bilden.
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9. Ökologie und Entsorgung
In der "Abfallbestimmungsverordnung für besonders überwachungsbedürftige Abfälle" (TA Abfall, Teil 1) wird Polyurethan-Schaum nicht aufgeführt. Nach dem Abfallartenkatalog (LAGA) werden PUR-Schaumabfälle unter der Schlüsselnummer 57110 geführt. Folglich kann die Entsorgung solcher Schäume auf Hausmülldeponien und in Hausmüllverbrennungsanlagen erfolgen. Bei der Energiebilanz konnte festgestellt werden, dass die Entsorgung in einer Mülldeponie vor Ort wesentlich energiesparender ist, als diese beispielsweise durch den Hersteller entsorgen zu lassen.
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10. Raumgewicht und Stauchhärte
Die Qualität eines Schaumes wird unter anderem von der Stauchhärte und dem Raumgewicht bestimmt. Matratzen aus dem Hause Thomas werden grundsätzlich aus 50´er und 42´er Raumgewicht hergestellt.
Das Raumgewicht einer Matratze gibt an, wie viel Kilogramm Material pro Kubikmeter Schaum verwendet werden. Von der Menge des verarbeiteten Materials hängt ab, wie formbeständig und dauerelastisch der Schaum ist.
Als Stauchhärte bezeichnet man eine Kraft, die notwendig ist, um einen Schaumstoff um eine bestimmte Höhe (40% der Normalhöhe) zusammenzudrücken. Sie wird maßgeblich durch den molekularen Aufbau der Zellwände beeinflusst.
Für die "softige" Anschmiegsamkeit eines Schaums sorgt eine sinnvolle Abstimmung zwischen Raumgewicht und Stauchhärte. Zudem bestimmen diese beiden Faktoren die
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Haltbarkeit
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Formstabilität
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Elastizität und
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Liegekomfort
Bei der Auswahl eines Schaums muss darauf geachtet werden, dass es Schäume mit gleichem Raumgewicht aber unterschiedlicher Stauchhärte und Schäume gleicher Stauchhärte und unterschiedlichem Raumgewicht gibt.
Zu bedenken gilt es, dass die Verwendung von wenig Schaummaterial durch eine hohe Stauchhärte auf die Dauer nicht zu ersetzten ist, da bei entsprechender Nutzung die Zellwände brechen. Dementsprechend werden bei der Herstellung von PUR-Schaum-Matratzen der Firma Thomashilfen nur Schäume mit hohem Raumgewicht und entsprechender Stauchhärte verwendet, um ein Höchstmaß an Materialqualität zu erfüllen.
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11. Bettklima und Klimawellen
PUR-Schaum ist offenporig und besteht aus 95% Luft. Durch die Anordnung der Schaumstoffzellen entsteht ein sehr gutes Mikroklima. Führt man sich vor Augen, dass jeder Mensch in der Nacht ca. 700 ml Flüssigkeit abgibt, wovon 1/3 abgeatmet werden und 2/3 in die Matratze bzw. Decke gelangen, ist es von besonderer Bedeutung, dass der Matratzenkern besonders luftdurchlässig ist. Es gilt der Satz: "Je luftdurchlässiger der Matratzenkern ist, desto besser ist der Luftaustausch und die Feuchtigkeitsableitung."
Auch die Klimawellen tragen zur Verbesserung der Belüftung und Klimatisierung bei. Trotz des Eigengewichtes des Patienten bieten Klimawellen, die sich auch bei der Nutzung nicht völlig zusammendrücken, einen Feuchtigkeits- und Wärmeaustausch. Der wellenförmige Schnitt vergrößert zudem die Gesamtoberfläche der Matratze und bewirkt somit ein stufenloses, weiches Einsinken des Körpers. Durch diese Weichheit werden besonders empfindliche Körperstellen, wie das Steißbein, die Fersen, die Schulterblätter und die Ellenbogen geschont und geschützt.
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12. Verklebung von PUR-Schaum
PUR-Schaum-Matratzen bestehen in der Regel aus verschiedenen Schaumstoffplatten, die miteinander verklebt werden. Als Klebstoff wird im Hause Thomas eine Folie verwendet, die sowohl in der Herstellung als auch in der Verarbeitung und Entsorgung äußerst umweltfreundlich ist. Diese Teerpolymer-Folie ist seit 1984 auf der Positivliste des Bundesgesundheitsministeriums und ist sogar für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen.
Beim eigentlichen Vorgang der Verklebung wird diese Folie zwischen die einzelnen Schaumstoffplatten gelegt. Bei 100°C und 80 Tonnen Druck werden nun die Matratzenkern-Bestandteile auf ca. 7-8 mm Höhe komprimiert. Durch diese hohe Temperatur und den Druck schmilzt der Kleber und die beim Schäumen ungeöffneten Schaumstoffzellen platzen auf.
Durch diesen Vorgang wird die Oberflächenspannung nochmals reduziert, so dass die Punktelastizität optimiert wird.
Sofort nach dem Vorgang des Pressens geht der Schaum wieder auf und wird dann einer "Luftwäsche" mit 250.000 Litern Frischluft unterzogen. Die Teerpolymerfolie kühlt ab und verbindet die Schaum- stoffplatten fest miteinander.
Dieses Klebeverfahren erhält die offenporige Zellstruktur, da nur die Zellwände miteinander verbunden werden. Durch die oben erwähnte Luftwäsche entweicht der typische Schaumstoffgeruch, so dass der fertiggestellte Matratzenkern völlig geruchsneutral ist.
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