IGAP-Umfrage bringt große Mißstände in Pflegeheimen an den Tag

50% aller Pflegekräfte setzen beim Thema Dekubitus nach wie vor auf Wechseldruck-Luftmatratzen. Dies ergab unsere Befragung von knapp 400 Pflegefachkräften. Auch wenn dieses Ergebnis nicht überraschend ist, verdeutlicht es doch die Problematik, in der sich viele Pflegeheime befinden: Die fatalen Nebenwirkungen von Wechseldruck-Luftmatratzen (Immobilität, Verlust von Weichheit, Konfort und Bettklima) sind so alt wie das System selbst. Dennoch reagieren viele Pflegeheime nur sehr zögerlich, um diesen Mißstand zu beheben. 32% der Befragten setzen hauptsächlich Weichliege-Systeme ein. Eine weitere veraltete Technik, die dem Pflegebedürftigen jegliche Körperwahrnehmung und Orientierung nimmt. Für uns ist dies ein Indiz, dass viele Pflegeheime das Thema Liegen und Schlafen der Patienten noch nicht ernst nehmen. Das Ergebnis der Umfrage ist für uns unverständlich, denn der Expertenstandard beschreibt wesentlich modernere Techniken in der Dekubitus-Prophylaxe und Therapie.

UmfrageNur 18% der Befragten stellen bei der Dekubitus-Prophylaxe und -Therapie die Bewegung des Patienten in den Vordergrund. Sie setzen auf Systeme mit MiS Micro-Stimulation um die Restmobilität der Patienten zu aktivieren. Dabei bieten aus unserer Sicht genau diese Systeme einen sinnvollen Ansatz zur Lösung des Problems. Unser Institut plant bereits eine Befragung für das kommende Jahr. In der Hoffnung, dass noch mehr Heime auf die fatalen Folgen aufmerksam werden, die der Einsatz von Wechseldruck-Luftmatratzen mit sich bringt. Aber Aufklärung ist nicht nur für die Pflegeeinrichtungen notwendig. Auch Patienten und Angehörige müssen umfassend über die Nebenwirkungen von Wechseldruck-Luftmatratzen aufmerksam gemacht werden. Letzendlich sind sie die Leidtragenden, die den Preis für schlechte und nicht zielgerichtete Dekubitusversorgung zahlen.